Im Zentrum für Erwachsenenbildung (ZEB) auf dem Gelände des Stephansstifts hat die Region Hannover am Mittwoch, 14. Januar, zu einer Pressekonferenz zur Zwischenbilanz des Welcome Centers zur Gewinnung internationaler Pflegefachkräfte eingeladen. Vertreter:innen aus Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Wohlfahrtspflege und Praxis machten deutlich: Internationale Fachkräfte sind unverzichtbar, und funktionierende Strukturen wie das Welcome Center sind ein zentraler Schlüssel zur Fachkräftesicherung.
Nach der Pressekonferenz wurde im Freytaghaus eine Mitarbeiterin aus der Pflege, Ia Gvaramadze, die über das Welcome Center vermittelte wurde, bei ihrer Arbeit begleitet und gefilmt. Ihr Weg steht exemplarisch für das, was durch gute Kooperation möglich wird.
Wirtschaftsdezernent Ulf-Birger Franz betonte, dass ohne internationale Fachkräfte insbesondere das Sozial- und Pflegesystem nicht mehr tragfähig wäre. Die Region Hannover übernehme hier Verantwortung – nicht nur politisch, sondern ganz konkret mit dem Welcome Center als zentraler Anlaufstelle für Unternehmen und Fachkräfte.
Die Zahlen unterstreichen den Erfolg:
- 156 Beratungen internationaler Fachkräfte
- 82 Unternehmensberatungen
- 10 erfolgreiche Vermittlungen mit konkreten Einstellungen
Für die Dachstiftung Diakonie ist das Welcome Center ein gutes Beispiel für gelungene Zusammenarbeit. Gerade Einrichtungen mit hohem Fachkräftebedarf profitieren von der Entlastung bei Anerkennungsverfahren, Visa-Fragen und Integrationsaufgaben.
Dr. Jens Rannenberg, kaufmännischer Vorstand der Dachstiftung Diakonie, machte deutlich, dass der Bedarf an Pflegefachkräften dauerhaft hoch ist und grundsätzlich ausreichend internationale Bewerber:innen vorhanden wären – wenn die Verfahren einfacher und schneller wären.
Eines der zentralen Hemmnisse bleibt die Bürokratie, insbesondere bei Anerkennungen, Visa-Verlängerungen und Arbeitsgenehmigungen. Gleichzeitig hob Rannenberg die große Bedeutung von Unterstützungsstrukturen hervor und unterstrich den klaren Willen der Dachstiftung Diakonie, gemeinsam mit dem Welcome Center neue Wege zu gehen.
Sprachförderung als Schlüsselthema
Eine zentrale Botschaft der Dachstiftung Diakonie an das Welcome Center und an die Politik insgesamt lautet: „Die Sprache ist ein entscheidender Faktor“, so Rannenberg. Gerade im Pflegebereich fehlen ausreichend geförderte Sprachkurse auf B2- und C1-Niveau sowie pflegefachsprachliche Angebote. Hier wünscht sich die Dachstiftung Diakonie mehr Sprachkursangebote, eine stärkere Koordination durch das Welcome Center, und insgesamt mehr Kooperation, um Fachkräfte langfristig zu halten und erfolgreich zu integrieren.
Praxisbeispiel
Mit Ia Gvaramadze wurde auf der Pressekonferenz und im anschließenden Dreh im Freytaghaus ein konkretes Beispiel sichtbar: Sie kam zunächst über eine kontingentierte Beschäftigung aus Georgien nach Deutschland, entschied sich dann gemeinsam mit der Dachstiftung Diakonie für den Weg der Anerkennung als Pflegefachkraft und wurde dabei eng vom Welcome Center begleitet – von bürokratischen Fragen über Wohnungssuche bis hin zum Familiennachzug. Ende März wird sie ihre Anerkennungsprüfung ablegen und anschließend als Fachkraft tätig sein.
Für die Dachstiftung Diakonie ist die Zusammenarbeit ein wichtiger Baustein zur Sicherung von Fachkräften und ein starkes Beispiel dafür, was möglich ist, wenn Region und Träger gemeinsam handeln.
Bild (©: Torge Bleicher), v. l.: Vorstand Dr. Jens Rannenberg, Pflegefachkraft Ia Gvaramadze und Vanessa Geruschkat aus dem Recruitingteam der Dachstiftung Diakonie.
